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Das Visum

Posted by on 2. Juli 2013

Am Montag, 1. Juli 2013, betraten wir um 12 Uhr einen Altbau in Berlin, in dem unter anderem die Botschaften von Senegal, der Dominikanischen Republik und Costa Rica untergebracht sind. Vom S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Berlin kommend und in die Dessauer Straße abbiegend, konnten wir anhand der Flaggen unschwer erkennen, in welche Richtung wir laufen mussten. Die großen und schweren Türen und der breite Treppenaufgang machten auf uns den Eindruck, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen, in der dem Gebäude mehr Ruhm zu Gesicht gestanden hatte – dazu etwas eigenartig, eine im geräumigen Treppenaufgang angebrachte Gedenktafel “Den gefallenen Beamten im ersten Weltkriege”. Die Decke in weiter Ferne wissend, gingen wir in den 2. Stock zur Costaricanischen Botschaft Die Tür stand zunächst offen, um zu einer weiteren Tür zu weisen, die mit einer Klingel versehen war. Nachdem wir 2 Mal verhalten und erfolglos klingelten, versuchten wir es ein drittes Mal. Jetzt hörten wir sie auch und wurden sogleich eingelassen. Die Sekretärin fragte uns, ob wir einen Termin hätten, wir bejahten und sie sagte dem Konsul durchs Telefon “Han llegado Sra —– y Sr —-“. Dann wurden wir gebeten, auf der großen rötlich-braun-beigen Couch Platz zu nehmen. Dort saßen wir eine viertel Stunde, sahen uns einen Ausdruck mit vielen kleinen Fotos über die Natur Costa Ricas an, die wir “in groß” entdecken konnten, wenn wir den Blick durch das große aber spärlich eingerichtete Zimmer schweifen ließen. Ich beobachtete zudem die Sekretärin, die zwischen einem kleinen Computertisch auf Rollen und einem 3-mal so großen Beistelltisch ihre Zettelage hin und her jonglierte. Ich fragte mich etwas ängstlich, ob der Konsul erwarten würde, dass wir mit ihm Spanisch sprechen. Denn obwohl ich drei Jahre Spanisch in der Schule und drei Semester den Spanisch-Kurs an der Uni belegt hatte, einen Monat in einer Sprachschule in Spanien außerhalb der Saison Intensivunterricht erhalten hatte und mein Niveau sich irgendwo zwischen B1 und B2 des Europäischen Referenzrahmens befindet, verstehe ich doch mehr als ich ohne zu zögern und sicher sagen kann. Schließlich kam der Konsul und begrüßte uns – auf Deutsch – mit den Worten “Ich mache nur noch eine Kopie ihrer Dokumente, einen Moment”, woraufhin er sich an den Kopierer stellte und mühsam jedes Blatt einzeln einlegte und kopierte. (Im Landtag sind wir deutlich besser ausgestattet, dachte ich mir, aber da arbeiten ja auch ungefähr 20 mal so viele Leute.) Er fragte uns noch ob wir das mit den Gebühren verstanden hätten – weil ich per Mail nachgefragt hatte, ob jeder einzeln die 31$ zu zahlen hätte, was er bejaht hatte. Wir zeigten ihm einige Dokumente, die den Überweisungsauftrag bewiesen und schließlich bat er uns in sein Büro. Dort setzten wir uns und der Herr Konsul sortierte seine Blätter und seine Gedanken. Er sagte etwas wehmütig “Sie gehen nach Guanacaste und ich bleibe hier.”, fragte uns, wo wir dort arbeiten und klärte uns über das Wetter auf (es kann sehr heiß sein), nachdem er uns nach den Reisepässen gefragt hatte. In diese kam nun jeweils ein Stempel, der gerade auf die Seite passte, und in den alle notwendigen Daten eingetragen wurden. Er zeichnete dann noch ab und wiederholte den Vorgang für den nächsten Pass. Zwischendurch fragten wir ihn noch nach seinen Ursprüngen in Costa Rica.

Mit der Hälfte der Unterlagen, die wir für die Beantragung des Visums zur Botschaft geschickt hatten, den Stempeln und einem zusätzlichen Brief in unseren Reisepässen verließen wir die Botschaft – unserem tatsächlichen Aufenthalt in Costa Rica ein klitzekleines Stück näher.

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