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Grün, so grün!?

Posted by on 14. September 2013
Bootstour Nationalpark

Bootstour im Nationalpark Las Baulas

Unser erstes freies Wochenende!  – Heute war schon mal ein schöner Tag! Nachdem ich in den ersten zwei Wochen hier ziemlich enttäuscht war, dass ich noch keinen einzigen Affen gesehen habe, obwohl wir sie von unserem Haus aus brüllen hören können, wollte ich unbedingt in den Nationalpark. Von der Praktikantin Larkin habe ich den Tipp bekommen, eine Bootstour zu machen. Sie meinte es sei ziemlich günstig und man könne verschiedene Tiere sehen. Also haben wir uns das fürs Wochenende vorgenommen und Tara gefragt, ob sie mitkommen möchte. Sie gab uns eine ungefähre Beschreibung der Lage ihres Hauses, welches wir heute Morgen vergeblich gesucht haben. Wenn es keine Straßennamen und Hausnummern gibt und man auch kein Gefühl für Himmelsrichtungen hat, muss man sich schon ziemlich genau erklären, wo etwas ist. Sonst bleibt einem nur die Möglichkeit, sich an einem nicht verfehlbaren Ort zu treffen – wie wir es dann auch gemacht haben. In einem privaten Taxi sind wir dann kurzerhand zum Nationalpark “Las Baulas” gefahren. Nachdem sich eine Französin mit ihrer Tochter auch für die Bootstour gemeldet hatte, ging es los…

Mit dem Boot unterwegs.

Mit dem Boot unterwegs.

Mit einem nach Benzin stinkenden Motorboot, welches mir sogleich ein schlechtes Gewissen machte, entfernten wir uns von der Meeresmündung des halb Fluss, halb Fjordwassers und fuhren in Richtung satt-grüner Mangrovenwälder, durch die sich dieses Wasser schlängelt. Der Nationalpark erstreckt sich auf 175 km² und ist zur Hälfte unter Wasser. Alle schauten gespannt in alle Richtungen, um Vögel, Affen oder gar Krokodile zu sehen, die uns der Bootsführer in den ersten Minuten der Fahrt versprach.

Mangroven

Mangroven

Eine Weile sahen wir “nur” Wasser und Mangrovenbäume, deren Wurzeln aus dem Wasser ragten. Dann einen Vogel, der sich im ‘Unterholz’ versteckte. Die Mangrovenwälder sind das, was noch von der Abholzung übrig geblieben ist und seit 1996 als Nationalpark geschützt werden. Sie bieten Lebensraum für viele Tierarten. Wir haben auf ihnen vor allem Krabben gesehen und ein paar Papageien/Sittiche.

Krokodil

Ein Krokodil kurz vorm abtauchen.

Als sich Tara und die Französin schon in ein Gespräch vertieft hatten und wir festgestellt haben, dass auch sie eine Freiwillige an einer Schule ist, machte uns der Bootsführer auf ein Krokodil aufmerksam, an das wir ganz nah heran fuhren und deshalb nur äußerst kurz sahen, weil es sofort abtauchte. Das gleiche spielte sich in den ca. 2 Stunden Fahrt noch 3 Mal so ab. Weil ich unbedingt noch ein exotisches Tier sehen wollte und meine Brille nicht dabei hatte, lockte ich alle auf die falsche Färte, als ich behauptete, auf einem Ast eine Schlange zu sehen.

Äffchen

Affe oder Faultier? – Ein faules Mantelbrülläffchen!

Das Highlight war jedoch der Landgang. Wir legten an einer Stelle des Waldes an, ich zog vorsichtshalber meine Jacke an (wegen der Moskitos) und als erstes sahen wir eine Pflanze, die Kokosnussähnliche Früchte trug aber eher wie ein Orangenbaum aussah. Ein paar Schritte weiter sahen wir dann endlich hoch oben im Baum ein Fellknäuel mit 4 Beinen faul auf einem Ast rumliegen, weshalb wir auch zuerst dachten, es könnte ein Faultier sein. Es war aber ein Mantelbrüllaffe, die hier am meisten vorkommende Art. Auf dem weiteren Weg sahen wir noch weitere Affen und Affenbabys. Sie brüllten allerdings nicht, aber beäugten uns kritisch.

Ein Babybrülläffchen.

Ein Babybrülläffchen.

Ich war so froh, endlich mal ein paar Affen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen und wäre gern noch etwas geblieben. Aber es waren auch ziemlich viele Moskitos im Wald und da die das Dengue-Fieber vom Affen auf den Menschen übertragen können, war es wohl doch besser, dass wir un wieder auf den Rückweg machten.

 

 

 

 

 

Auf der Rückfahrt genoss ich die Aussicht auf bewaldete Ufer und Hügel im Hintergrund. Zugleich war es mir aber unangenehm, dieses Paradies mit meiner Anwesenheit in einem laut ratternden und die Luft und das Wasser verpestenden Boot zu stören. Für das kurze, schöne Abenteuer bezahlten wir 25 US $. Wir sparten allerdings die Rückfahrtkosten, weil uns die Französin in ihrem Auto mit nach Villarreal nahm, wo sie essen gehen wollte. Sie und Tara bestellten sich einen Möhrensaft mit Eiswürfeln und einen ganzen Teller verschiedener Speisen für nur 5 $. Weil wir genug gefrühstückt hatten, sahen wir uns das ganze nur an.

"Stolz, Guanacastecos zu sein"

“Stolz, Guanacastecos zu sein”

Laternenumzug

Laternenumzug – die Köchin unserer Schule mit der Laterne ihres Sohnes

Nachdem wir dann noch mit dem Fahrrad beim Supermarkt gewesen sind und uns eine Verschnaufpause in unserem derzeitigen zu Hause gegönnt hatten, sind wir um 5 zur Unabhängigkeitsfeier mit Laternenumzug an die öffentliche Schule in Hernández gefahren, die nur ca. 200 m von unserer Schule entfernt ist. Obwohl es um 5 losgehen und um halb 6 der Laternenumzug beginnen sollte, warteten wir eine Stunde, bis etwas passierte. Zwischen halb 5 und 6 trudelten die Schüler dieser und unserer Schule mit ihren Eltern und ihren selbst gebastelten Laternen ein. Während wir aus Deutschland wohl eher Sonne, Mond und Sterne als Laternen gewohnt sind, scheinen hier Häuser üblich zu sein. Auf so eine Idee wäre ich wohl nie gekommen, sie sind aber leicht aus irgendwelchen Papp- und Folienresten bastelbar, sodass ich das unbedingt mal ausprobieren muss. Übrigens hatten alle Kinder richtige Kerzen in ihren Laternen und keine Halter inklusive Batterieleuchte zum anknipsen! Nachdem die Nationalhymne gesungen war uns eine Lehrerin verkündet hatte, warum die Unabhängigkeit gefeiert wird – weil sie stolz sind Costaricaner bzw. Gauanacastecos zu sein, die glücklichsten Menschen der Welt sind und hier bleiben wollen – und dass sie Gott dafür danken, dass sie in Frieden, Demokratie und Brüderlichkeit leben, ging der Laternenumzug los. Wir liefen die Straße und das Dreieck/die Kreuzung ab und dachten uns, dass wir für so etwas in Deutschland eine Anmeldung bei der Polizei, mindestens 4 Ordner bräuchten und alles hätte abgesichert sein müssen. Zusätzlich zu den Laternen leuchteten, wie jeden Abend, die zahlreichen Glühwürmchen oder eine ähnliche Art, die man überall im Dunkeln blinken sieht.

Es war also ein rundum schöner 1. freier Samstag als Freiwillige in Costa Rica.

 

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