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Im Dunkeln ist gut Eierlegen

Posted by on 9. Februar 2014
Wanderung zum Strand

Wanderung zum Strand

Die schuleigenen Hühner legen immer und überall mal ein Ei. Da die Hochzeit der eierlegenden Schildkröten in Ostional aber nun so ziemlich vorüber ist und wir auch nicht unbedingt noch einmal die gleiche Tour machen wollten, haben wir uns entschlossen mal den Schildkröten am nahe gelegenen „Playa Grande“ nachzugehen.

Dort brüten einerseits die vom Aussterben bedrohten Lederschildkröten („Baulas“ – deshalb auch Parque Nacional Marino Las Baulas) als auch die Oliv-Bastardschildkröte, die wir in Ostional haben schlüpfen sehen. So sind wir gestern bei Sonnenuntergang mal mit einem typischen kleinen Touristenbus (2 Italiener, 3 Schweizer und wir) zu einem abgelegenen Strand kutschiert worden, wo wir mit einem Nationalparkführer über einen kleinen Berg zum Playa Grande gewandert sind. Kaum dort angekommen sahen wir schon etwas großes halbrundes langsam den Strand hochkrauchen. Zuerst dachte ich noch – ob das eine Schildkröte ist? – Könnte auch ein Stein sein – aber dann hat uns schon der Guide darauf hingewiesen. Trotzdem der Mond ziemlich viel Licht auf die Erde warf, sahen wir bald kaum mehr etwas von der Schildkröte. Der Guide erklärte, dass wir warten, bis sie ein Loch gebuddelt hat, dann könnten wir näher ran gehen. Wir haben uns also die Spur der Schildkröte angesehen und sind langsam im großen Bogen um sie herum zu einem Ort gegangen, von dem aus wir die Schildkröte nur deshalb erahnen konnten, weil wir den Sand wegfliegen sahen, den sie von dem Brutplatz wegschaufelte. Bald konnten wir dann etwas näher herangehen und ihr dabei zusehen, wie sie in mühevoller Arbeit das Loch mit ihren Hinterpaddeln aushob:

Ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde hat die Schildkröte an dem Brutplatz gearbeitet, ehe sie in Trance verfiel und die vielen Eier reinplumpsen ließ. Während wir bei Rotlicht ca. 1 Meter von der Schildkröte entfernt auf dem Sandboden hockten und Jan die Kamera gezückt hielt, kamen immer weitere Touristengruppen, die einen Blick auf das eierlegende Tier erhaschen wollten. Denn die Guides stehen untereinander in Funkkontakt, und lotsen sich gegenseitig zu den Schildkröten. So drängelten sich bald mind. 20 Leute mit ihren sperrigen Kameras im Halbkreis um das Hinterteil der Schildkröte herum. Die Guides flüsterten unaufhörlich „No flash!“ und forderten die Leute auf, Platz für andere zu machen. Als dann eine weitere große Gruppe von Schildkrötentouristen kam, traten wir den Rückweg an ohne zu warten und zu sehen, wie die Schildkröte das Loch zuschaufelt und ihren Weg zurück ins Meer macht. Mit Taschenlampen ausgestattet gingen wir auf dem schmalen Pfad über den Hügel zurück zum Kleinbus, wo Wasser in Plastikflaschen und Früchte in Plastikbechern aus einer Kühlbox angeboten wurden. Wir lehnten mit dem Hinweis auf Plastik und Naturschutz dankend ab, was den Guide sichtlich enttäuschte. Leider hatte der auf der gesamten Tour kein Wort über die Schildkröten und deren Bedrohung verloren. Dass gerade die Schildkröten durch das viele Plastik im Meer bedroht sind und dann eine „Turtle Tour“ direkt vom Nationalpark ohne Infos aber mit Plastik inklusive durchgeführt wird, ist schon sehr traurig und verdient den Titel „nachhaltigen Tourismus“ sicher nicht. Einerseits ist die Teilnahme an einer derartigen Tour gut um die Tiere nicht direkt durch ungeführte und unkundige Touristen, die sich den Tieren zu nahe und evtl. mit Licht nähern, sodass sie verwirrt wieder abdrehen, zu gefährden. Andererseits sollte man und so auch wir sie lieber gänzlich in Ruhe lassen. Dazu gehört auch, seinen Plastikkonsum zu reduzieren und wenn schon Plastik, auf Recyclingprodukte zu setzen.

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