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Blubbernder Matsch und „zurück kommen wir schon irgendwie“

Posted by on 11. März 2014
Großer Ceiba

Großer Ceiba

Unseren Ausflug zur Einwanderungsbehörde in Liberia haben wir das letzte Mal damit verbunden, uns die Umgebung von Liberia anzusehen. Wir fuhren also bereits am Freitag nach der Schule mit dem Bus über Santa Cruz nach Liberia, um am nächsten Tag früh aufbrechen zu können.
Für Samstag hatten wir uns vorgenommen, den Vulkan „Rincón de la Vieja“ zu erklimmen. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass dorthin keine öffentlichen Busse fuhren, nahmen wir uns ein Taxi.

Nationalpark Rincón de la Vieja

Nationalpark Rincón de la Vieja

Später fanden wir heraus, dass wir dem Taxifahrer auf den Leim gegangen sind – denn wir haben letztlich etwa das doppelte des Normalpreises bezahlt. Das Taxameter lag allerdings vor der Windschutzscheibe, sodass wir nur ab und zu die Spiegelung sehen konnten aus dieser jedoch nicht erkennen konnten, ob es mitlief oder nicht. Da wir zu dem Zeitpunkt der Wanderung noch nichts davon gewusst hatten, trübte das unsere Stimmung aber nicht und wir begannen unsere Wanderung ganz vergnügt.

Blubberndes Matschloch

Blubberndes Matschloch

Da der Kraterweg aufgrund von erhöhter Aktivität gesperrt war, entschieden wir uns kurzerhand für eine andere Route. Wir begannen den ca. 3 km langen Rundweg in Richtung von „Fumaroles“ – blubbernden Matschlöchern. Zunächst ging der Weg entlang vertrockneter Sträucher, mit einem herrlichen Blick auf die Trockenwaldlandschaft. Bald merkten wir am Schwefelgeruch und gelben Ablagerungen am Gestein, dass wir uns auf einem Vulkan befanden. Schon der erste Aussichtspunkt auf blubberndem, grauen Matsch war beeindruckend. An den Wegesrändern standen ab und zu Warnschilder, dass man sich nicht abseits der Wege in die heißen Gefilde wagen sollte. Die folgenden Aussichtspunkte übertrafen sich an der Größe der Blubbern und dem Schwefeldampf. Bei den letzten Fumarolen hörten wir schon von weitem das Blubbern, sodass ich fast das Gefühl hatte, nicht mehr sicher zu sein auf dem festen Boden unter meinen Füßen. Doch die blubbernden Matschlöcher waren sehr beeindruckend. Auf den anderen beiden Vulkanen, die wir besucht hatten, hatten wir so etwas nicht gesehen.

Eine kleine Schlange

Eine kleine Schlange

Dann bogen wir auf der Hälfte des Weges, nachdem wir einen Fluss überquert hatten, in einen abgesperrten Weg ab, der zu heißen Quellen führen sollte. Diesen Weg ging kaum jemand, da er zum einen 6km lang war und wahrscheinlich auch, weil sich niemand traute, den abgesperrten Weg zu gehen. Trotzdem war der Pfad allseits gut erkennbar. Und weil so wenig Leute dort entlang liefen, sahen wir auch unsere ersten lebenden Schlangen, darunter eine Riesenschlange. Letztere machte sich jedoch schnell aus dem Staub und schlängelte sich durch das trockene Laub davon, als wir mit unseren schweren Wanderschuhen einen Fuß vor den anderen setzten. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich immer gehofft, mal eine große Schlange zu sehen – nun brachte mich diese so aus dem Häuschen, dass ich hoffte keiner mehr zu begegnen. Außerdem bereute ich es, dass wir dieses mal keine langen Hosen angezogen hatten, weil wir bisher die Erfahrung gemacht hatten, dass das eigentlich nicht notwendig ist.

Thermalquellen

Thermalquellen

Aber der Rest des Weges verlief glimpflich, sodass wir nach ca. 2 Stunden an den heißen Quellen ankamen. Dort kam ein kühler Fluss den Berg herunter und vereinte sich mit dem warmen Schwefelwasser, das aus dem Felsen trat, sodass der Fluss seine Farbe in ein herrliches Hellblau verwandelte. Weil es ohnehin sehr heiß und das Wasser nur maximal knietief war, wateten wir nur mit den Füßen darin herum und genossen die Abkühlung im Fluss mehr als die heißen Quellen. Außerdem genossen wir den Anblick und Ausblick auf dieses schöne Fleckchen Erde. Auf unserem Rückweg begegneten uns zum Glück keine weiteren Schlangen.

Dampfendes Loch

Dampfendes Loch

Aguti

Aguti

Als wir wieder auf dem Rundweg waren, wo es ein paar stark dampfende Wasserlöcher zu besichtigen gab, sahen wir noch ein gemütlich nagendes Aguti, das uns nun schon öfter begegnet ist, und wie eine zu groß geratene Mischung aus Hamster und Meerschwein aussieht.

Abkühlung am Wasserfall

Abkühlung am Wasserfall

Der Weg war nun felsiger und grün bewachsen. Er führte zu einem kleinen Wasserfall, an dem ich mich abkühlte, nachdem eine Wandergruppe mit Besenstielen als Wanderstöcken diese Station passiert hatte.
Als wir unsere Wanderung gegen 16 Uhr beendet hatten, waren nicht mehr viele Autos auf dem Parkplatz, von denen wir hoffen konnten, dass sie uns mitnahmen. Dennoch gingen wir zielstrebig auf die erste Person zu, die wir sahen und als der sächsische Dialekt im Englischen unverkennbar wurde, entspann sich ein lang anhaltendes Gespräch, was glücklicherweise dazu führte, dass die beiden netten Rentner uns bis zu unserem Hotel in Liberia mitnahmen. Diese beiden über 70-Jährigen waren 4 Wochen auf einer Mittelamerikareise durch 7 Länder unterwegs, hatten Panama noch vor sich und nicht die beste Meinung von Costaricanern, die sie schon einige Male in die falsche Richtung geschickt hatten. Letztlich also ein rundum gelungener und glücklicher Tag.

Fluss

Fluss

Am nächsten Tag war uns und unseren Füßen dann nicht mehr nach ganz so viel Wandern zumute. Wir fuhren zunächst mit dem Bus nach Bagaces und von dort in einem Jeep-Taxi zu dem Reservat Lomas-Barbudal, das weiter südlich in den Nationalpark Palo Verde übergeht. Von diesem Taxifahrer erfuhren wir dann, dass das Taxameter nur Colones anzeigen darf, weil wir erschraken, als es nach der Hälfte des Weges bereits 7000 anzeigte und wir dachten, es wären 70 Dollar, dabei waren es 7000 Colones. In der „Rangerstation“ von Lomas-Barbudal erwartete uns eine nette Frau, die uns den Weg wies und uns erzählte, dass in diesem Reservat Forscher die Kapuzineraffen beobachten und gab uns eine interessante Broschüre über diese Affen mit.

Kleine Schildkröte in Lomas-Barbudal

Kleine Schildkröte in Lomas-Barbudal

Da der Weg nur kurz war, hielten wir uns eine ganze Weile an einem Flussufer auf, kühlten uns ab, beobachteten Fische und Vögel und verputzten unsere Wegzehr. Dann gingen wir zu einem Wasserfällchen am Ende des Weges und versuchten schließlich ein Stück des „verbotenen“ Weges zu gehen (die Frau hatte gesagt, der sei noch nicht fertig, aber Jan wollte ihn gern versuchen). Dieser ging an einem Fluss entlang, wo wir eine kleine Schildkröte entdeckten, was für mich das Highlight des Tages war. Danach gingen wir den Weg weiter, bis wir an einen Zaun kamen und nicht wussten, in welche Richtung wir gehen sollten. Also drehten wir um. Wie sich herausstellte, hatte die Frau sich schon Sorgen um uns gemacht, weil wir so lange nicht unterwegs waren und war uns suchen gegangen. Also empfing sie uns mit über dem Kopf zusammengeschlagenen Händen mit der Frage ob wir uns verlaufen hätten. Es stellte sich heraus, dass das vielen passiert, war also gar nicht schlimm. Wir ließen noch eine Spende da und trugen unsere Namen in das Besucherbuch, als wir uns auf den Weg machten um zurückzulaufen.

Ein schöner bunter Vogel

Ein schöner bunter Vogel

Die Frau sagte, dass auf der Straße viele Autos entlang kamen, die uns mitnehmen könnten. So liefen wir ein Stück, abwägend, ob tatsächlich noch ein Auto käme oder ob wir besser das Taxi rufen sollten. Als wir gerade den Taxifahrer angerufen hatten, kam ein Auto des Weges, das hielt, ohne dass wir die Hand rausgehalten hätten. Ich erzählte ihm, dass wir gerade ein Taxi gerufen hätten. Der Mann, der mit zwei Frauen und zwei Kindern unterwegs war meinte, wir könnten immerhin mitfahren bis wir uns mit dem Taxi treffen um wenigstens ein paar Kilometer gut zu machen. Dann riefen wir gemeinsam den Taxifahrer an. Das Dilemma war, dass wir eigentlich mit den Leuten bis nach Liberia fahren könnten – also nicht den Bus in Bagaces nehmen bräuchten – aber schon den Taxifahrer gerufen hatten, der nicht gewillt war dieses Geschäft aufzugeben, selbst als ich ihm sagte, dass wir ihn eigentlich nicht mehr bräuchten. Letztlich kamen wir in den Ort, wo wir uns mit dem Taxifahrer treffen sollten, die Leute sagten aber – nunja wir sehen kein Taxi, also Pech gehabt – und nahmen uns mit bis nach Liberia. Wir lernten auch das Wort „salado“ von diesen Menschen, was so viel heißt wie „Pech gehabt“ – das sollten wir sagen, falls der Taxifahrer uns anruft. So kamen wir zwei mal problemlos – zeit- und geldsparend zurück von unseren Ausflügen, was uns dem „Pura Vida – Feeling“ ein bisschen näher brachte. Die Freude darüber wurde nur etwas durch das schlechte Gewissen gegenüber dem Taxifahrer und durch einen Zeckenstich später an diesem Abend getrübt. Wobei die Schmerzen des Zeckenstichs länger anhielten. Das eigenartige hier ist, dass die Zeckenstiche manchmal sehr schmerzen, sie aber nicht, wie bei uns, Meningitis o.ä. übertragen. Sicherheitshalber gingen wir trotzdem in die Apotheke, wo sie mir ein Antibiotikum, und eine antibiotische Salbe verkauften. Da sie mit Antibiotika hier jedoch leichtfertig umgehen, fragten wir am nächsten Tag, nach unserer “Spielrunde” in der Einwanderungsbehörde noch die deutsche Ärztin in Villarreal nach ihrer Meinung – sie riet mir wie erwartet vom Antibiotika ab.

Letztlich ein gelungenes Wochenende, das Lust auf mehr gemacht hat – insbesondere in unseren letzten 2 Monaten hier wollen wir versuchen noch viel zu entdecken – was leider die Zeit zum Bloggen etwas verkürzt. Ihr könnt dennoch gespannt sein auf unseren nächsten Artikel über den Besuch im Nationalpark Barra Honda am letzten Wochenende!

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