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Im Nebel von Monteverde und Santa Elena

Posted by on 9. April 2014
Nebelbaum

Nebelbaum

Da wir nun schon die nächste Reise vor uns haben, ist es Zeit, euch von unserem teilweise turbulenten Ausflug in die Nebelwälder von Monteverde und Santa Elena zu berichten.

Ausblick in Monteverde

Ausblick in Monteverde

Monteverde ist ein bekanntes und beliebtes Reiseziel, wovon alle schwärmten, die schon einmal dort waren. Trotzdem diese berühmt-berüchtigten Nebelwälder ein ganzes Stückchen entfernt sind und wir nur ein Wochenende Zeit hatten, wollten wir es deshalb doch unbedingt einmal versuchen. Um den Bus nehmen zu können, sind wir am Freitag extra früher aus der Schule abgehauen. Leider kam schon der erste Bus, der uns nach Santa Cruz bringen sollte eine viertel bis halbe Stunde zu spät, sodass in Santa Cruz der erhoffte Bus bis La Irma nicht mehr zu erreichen war. Wir gingen vom Busbahnhof einer Firma zum anderen und fragten hier nach und dort nach. Dann stand fest, dass wir noch 2 Stunden warten müssen. Also gönnten wir uns einen Smoothie und brüteten in der Hitze bis unser Bus kam. La Irma, das aus einer Tankstelle, einem Restaurant und 2 Bushaltestellen besteht, erreichten wir ca. 2:30 Stunden später.

Wasserfällchen in Monteverde

Wasserfällchen in Monteverde

Als der Bus uns dort auskippte, fielen wir gleich in die Arme von Taxifahrern, deren Angebote wir trotz der Beteuerungen „das sind keine Touristenpreise!“ und „Der Bus fährt nur bis nach Las Juntas, wo die Hotels viel teurer sind als in Santa Elena!“ abschlugen und in den nächsten Bus in den kleinen Ort Las Juntas de Abangares fuhren. Bereits aus den Fenstern des Busses suchten wir nach mächtigen, teuer aussehenden Hotels, die wir bis zu unserer Ankunft im Busbahnhof nicht sahen. Also fragten wir eine der Mitreisenden, ob es ein Hotel in diesem Städtchen gäbe. Aber die gute Frau wusste nichts von Hotels, nur von „Cabinas“ – wahrscheinlich die einzigen im Ort. Ein netter junger Mann, den wir bereits im Bus gefragt hatten, ob er wüsste wann ein Bus nach Monteverde fährt, schlug uns vor, uns bis zu den Cabinas zu führen. Nach zwei Straßenbiegungen dankten wir ihm und traten in eine Tür über der „Cabinas“ stand ein, um die Frau an der Rezeption nach einem Bett zu fragen. Ungläubig fragte sie, ob wir tatsächlich nur ein Bett bräuchten und ich antwortete „Nunja, ein großes oder 2 normale“. Nachdem sie, auf die Innenseite eines Schranks blickend (dort hingen die Schlüssel, gefühlt tausende) hin und her überlegt hatte, führte sie uns zwei Türen weiter die Straße herunter und zeigte uns das Zimmer mit einem (großen) Bett, einem Fernseher, einem Ventilator und einem Bad. Wir sagten zu, da wir eh nicht vermuteten etwas anderes zu finden.

Schmetterling in Monteverde

Schmetterling in Monteverde

Und so verbrachten wir eine Nacht in Las Juntas für 10 Dollar pro Person. Wir kauften im Supermarkt noch etwas fürs Abendbrot und Frühstück ein und legten uns schlafen. All das, um wenige Stunden später von lauter Musik und sich unterhaltenden Leuten, die mit ihren Bierflaschen direkt vor unserem Fenster kampierten, geweckt zu werden. Genervt versuchte ich zu schlafen. Schaltete den Ventilator ein – und wieder aus. Dann den Mp3-Player ein und das Kissen über den Kopf. Doch es half alles eher nichts. Als die Leute gegen 2 Uhr nachts ihr Lager vor unserem Fenster abbrachen, schwang sich anscheinend einer, der noch immer nicht schlafen wollte, auf sein Moped und düste gefühlt 10 Mal die Stunde die Straße mit knatterndem Auspuff entlang. Sodass ich zum einschlafen bis ca. um 4 nicht so richtig kam.

Stufen kippen mit dem Baum um - Santa Elena

Stufen kippen mit dem Baum um – Santa Elena

Die Leute hatten uns über den Bus nach Monteverde unterschiedliche Auskünfte gegeben. Eine meinte es käme einer um 6, jemand anderes sagte um 7. Da wir erst so spät zu unserem Schlaf kamen, rafften wir uns nicht vor um 7 auf. Als wir ungefähr um halb 8 (oder so) am Busbahnhof waren, hieß es, der Bus fährt erst um 10. Nach kurzer Rechnung, dass wir dann frühestens um 12 in Monteverde wären, entschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen. Der Taxifahrer stellte uns frei, ihm 60 Dollar zu geben oder auf das Taximeter zu setzen. Dass das Fahren ohne Taximeter für offizielle Taxis illegal ist, war ihm bewusst – deshalb stellte er es uns ja frei. Also entschieden wir uns für das Taximeter und sparten dadurch 10 Dollar. Ausgeschüttet wurden wir direkt am Nationalpark, da wir uns entschieden hatten keine Zeit mit Unterkunft suchen zu verlieren und direkt wandern zu gehen.

Quetzal

Quetzal

Glücklicherweise konnten wir eine der Kraxen bei der Verwaltung lassen, sodass wir bequem die gut ausgebauten Pfade des Monteverde-Nebelwaldes betreten konnten. Vorher zogen wir uns noch die Wanderstiefel und unsere Regenjacken an und krempelten die Hosen herunter. Denn es ist wohl einer der schönsten Reize dieser Region – es ist angenehm kühl und feucht, wie wir es von zu Hause kennen. So fühle ich mich sofort wohl in diesem schönen neblig-feuchten Wald mit dem vielen grün. Dennoch hatten wir für diese Region einen eher sonnigen Tag erwischt, sodass wir später sogar im T-Shirt rumliefen und gute Aussicht über die Wälder des Nationalparks von dem Aussichtspunkt genießen konnten. Wir sahen wieder viele schöne tropische Pflanzen und Insekten. Es waren relativ viele Leute unterwegs, was uns jedoch dazu verhalf, an diesem Tag tatsächlich den berühmten Quetzal zu sehen – ein großer, schöner, bunter tropischer Vogel mit langen Schwanzfedern, der gern Avocados ist und für die Ureinwohner Mittelamerikas sehr bedeutend war – sie jagten ihn wegen seiner langen Schwanzfedern, die sie als Kopfschmuck trugen, töteten ihn aber nicht, weil er auch als Gottheit verehrt wurde.

Betrachtungen in Santa Elena

Betrachtungen in Santa Elena

An Kilometern übernahmen wir uns an diesem Tag jedoch nicht, da wir ja am nächsten Tag noch den Nebelwald von Santa Elena besuchen wollten, der weniger überlaufen sein sollte. An der Nationalparkstation kam dann sogar noch ein Bus, der uns nach Santa Elena brachte, wo wir uns promt für das „Sloth Backpacker’s Hostel“ entschieden. Auf dem Weg zum Supermarkt, wo wir die Zutaten für unser Abendessen einkaufen wollten, sahen wir dann sogar noch ein Faultier, was zwar von vielen Leuten bestaunt wurde, aber dessen Anblick mit trotzdem fröhlich stimmte. So schlossen wir diesen Tag besser als den Vorangegangenen und konnten ruhig schlafen. Am nächsten Morgen brachen wir bereits um 6 Uhr 30 mit einem kleinen Shuttle in die Nebelwälder von Santa Elena auf, wo wir sogleich von Regen begrüßt wurden. Wir entschlossen uns, die Pfade allein, ohne eine Gruppe mit 20 Personen zu erkunden.

Wald.Schön.Grün.Nass.

Wald.Schön.Grün.Nass.

Sonst hätten wir diesen verregneten und wirklich schönen Nebelwald vielleicht gar nicht so genießen können. Zunächst erklommen wir ein Stahlgerüst, was als Ausguck dienen sollte. Wir sahen jedoch nur Nebel und kaum Wald. Wir waren ständig umgeben von wunderbaren Vögelstimmen und noch schön viel kühler und nasser war es hier. Ab und zu begegneten uns Riesenraupen und einmal kam mir auf dem Weg plötzlich eine Tarantula entgegen, woraufhin ich gleich ein paar Schritte wieder zurück ging. Wir staunten und beobachteten noch, wie sie sich unter den Pflanzen verkroch. Und alle anderen Tierchen bekamen es an diesem Tag auch gut hin, sich zu verstecken oder im Nebel zu verhüllen. Wir genossen jede Minute, bis wir am frühen Nachmittag zurück nach Monteverde fuhren. Dort nahmen wir uns direkt ein Taxi, weil der einzige Bus nach Tamarindo schon morgens um 7 Uhr gefahren war und alle anderen Busse in die Richtung erst später kamen.

Tarantula

Tarantula

Transportmäßig war das wohl bisher der teuerste Ausflug. Auch weil wir zwar in La Irma direkt einen Bus nach Santa Cruz bekamen, dort jedoch am Sonntag nach 15 Uhr kein Anschluss in Richtung Tamarindo mehr fährt. Sodass, nachdem ich zunächste einen penetranten Privattaxifahrer mühselig abgewehrt hatte, wir nach 3 Stunden sinnlosen Wartens doch ein Privattaxi bis zur Bar Media Vuelta nahmen, der gegenüber unserer Schule ist, wo wir unsere Fahrräder gelassen hatten. Da waren wir nun wieder in der brütenden Hitze, wo man schweißlos nicht schlafen kann, nachdem wir uns die Nacht zuvor mal wieder richtig in dicke Decken gekuschelt hatten.

 

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