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Krank sein in Costa Rica

Posted by on 26. April 2014
Tabletten werden hier stückweise verkauft

Tabletten werden hier stückweise verkauft

Unsere Schweizer Kollegin Eliane hat mal treffend gesagt, wenn man gesund und vermögend wäre, ließe es sich hier sicherlich gut leben. Aber auf die Tourismuseinnahmen während der Trockenzeit und auf ärztliche Hilfe angewiesen zu sein, sei recht schwierig.

Den finanziellen Aspekt außer Acht lassend, wollen wir heute rückblickend und in der Hoffnung, dass diese Betrachtungen abschließend sind und nicht noch erweitert werden müssen, einige Erfahrungen und Besonderheiten mit dem Kranksein in Costa Rica niederschreiben.

1) Kleinkrams

Tabea bei einer Kamilleninhalation

Tabea bei einer Kamilleninhalation

Als ich aufgrund trockener Flugzeugklimaanlagenluft und anderer Faktoren nach dem Hinflug von einer Erkältung geplagt wurde, haben wir zum ersten mal Bekanntschaft mit einer Farmacia gemacht. Wir schilderten der Apothekerin, die von ihrer Kollegin jedoch ‘Doctora’ genannt wurde, in brüchigem Spanisch, welches Leiden mich bedrückte und sie kam daraufhin mit zwei Schachteln Tabletten wieder – soweit wie bei uns. Doch statt uns die Packung herüberzureichen, überlegten wir gemeinsam mit der Apothekerin wie viele Lutschtabletten und wie viele andere Tabletten ich wohl benötigen werde, bis ich wieder einigermaßen hergestellt bin. Wir folgten schließlich der Empfehlung der Apothekerin, die uns mit einer Schere fachfraulich die entsprechende Anzahl Tabletten abtrennte. Eigentlich ist das ja ganz schlau, wer weiß wie viele Tabletten in deutschen Privatarzneischränken vor sich hingammeln bis beim nächsten Umzug mal alles aussortiert wird, was mehr als fünf Jahre überm Ablaufdatum ist.

Eine weitere Besonderheit ist, dass man hier die meisten Medikamente einfach so in der Apotheke kaufen kann – ich vermute mal, weil sich nicht jeder den Arzt leisten kann..? Wir sind uns daher nicht sicher, ob da nicht doch ab und an was verschreibungspflichtiges dabei gewesen ist. Aber die Einnahmehinweise der Apothekerin und ein wenig Internetrecherche ersetzten schließlich auch die Beipackzettel adäquat.

Ansonsten haben wir uns aber zumeist mit einfachen Hausmittelchen geholfen.

2) Arztkonsultationen und Laborbesuche

Klinik mit Labor in Santa Cruz

Klinik mit Labor in Santa Cruz

Als ich das erste Mal Fieber hatte sind wir dann aber doch mal zum Arzt gegangen. Ein Nachbar meinte, dass man beim öffentlichen Arzt drei bis vier Stunden Wartezeit einplanen müssen und daher lieber zum Privatarzt gehen sollte, was ich mit seiner motorisierten Unterstützung auch tat – denn bei uns im Ort gibt es keinen Arzt sodass wir ein paar Kilometerchen bis ins nächste Dorf fahren mussten. Der Arzt meinte, es könnte alles sein und ich könne ja mal meine Laborwerte prüfen lassen – ansonsten solle ich einfach mal abwarten. Da es in dem Dorf jedoch kein Labor gab, empfahl der Arzt ein Labor in der nächsten größeren Stadt, welche weitere 30 Kilometer entfernt ist. Unser Nachbar hatte glücklicherweise eh was in Santa Cruz zu tun, sodass er Tabea in die Schule und mich nach Santa Cruz brachte. Das Labor ist Bestandteil einer Klinik, welche zwischen einem Fotoladen und einem Elektronikmarkt steht. Der zugängliche Bereich des Labors war etwa 4 m² groß und bestand aus einer Theke (für die Formalien), einer Stellwand (für die Abschottung bei der Blutabnahme), einem Stuhl für den Patienten und einem kleinen Tischchen auf dem die notwendigen Utensilien bereit lagen – wenn man die Standards von der Blutspende beim DRK gewohnt ist, ist das schon erstmal etwas gewöhnungsbedürftig. Aber letztlich war alles okay, die Ergebnisse wurden per Mail zugeschickt, sodass wir sie gleich dem Arzt weiterleiten konnten, welcher vorerst Entwarnung gab, sodass ich nach einer Woche Bettruhe wieder halbwegs in Ordnung war. Was es genau war, konnten wir zwar nicht klären, aber das scheint hier normal zu sein. Wobei es auch gar nicht so selten vorkommen soll, dass die Leute hier aus Angst um ihren Arbeitsplatz selbst mit hohem Fieber noch arbeiten gehen. Unsere “Arbeitgeberin” kam hingegen sogar zu uns nach Hause und brachte Gemüsesuppe vorbei.

3) Dengue-Fieber

Papayablätter - Hausmittel gegen Denguefieber

Papayablätter – Hausmittel gegen Denguefieber

Bereits von Anfang an mussten wir bei jedem Mückenstich daran denken, dass wir eventuell Dengue oder Malaria, was allerdings in unserer Region hier nicht vorkommt, bekommen könnten. Denn trotz unseres (zumindest anfänglich) hohen Mückensprayverbrauchs und der hiesigen Bemühungen die Verbreitung der Mücken einzudämmen, welche recht erfolgreich aber leider nicht erfolgreich genug sind, wurden und werden wir regelmäßig von Mücken gestochen. Einen Aufmerksamkeitspeak gab es zudem, als im Oktober/November letzten Jahres nacheinander drei Menschen in unserem Umfeld – darunter auch eine Schülerin, deren Mutter sie mit Papayablättertee behandelte – an Dengue erkrankten. Die Tochter einer Mitarbeiterin, blutete sogar an Armen und Beinen und musste nach San José ins Krankenhaus. Überhaupt war es die schlimmste Denguefiebersaison hier in der Region seit Jahren. Mittlerweile hat sich die Situation aber glücklicherweise beruhigt, wenngleich mit dem heutigen ersten Regengüssen die Regensaison beginnt und somit viele neue Brutplätze für die Mücken bereit stehen werden. Die Menschen hier (und so auch wir) haben sich mittlerweile daran gewöhnt, wie man eben in Deutschland mit der Grippe lebt. Dennoch sind wir ganz froh, bald wieder in den Händen der Weißkittel in Deutschland zu sein…

In diesem Sinne Euch allen eine gesundes Wochenende!

 

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