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Ostertour – Etappe 1: Vom trockenen Guanacaste auf die grüne Osa-Halbinsel

Posted by on 10. Oktober 2014
Gemeinsam unterwegs

Gemeinsam unterwegs in der Trockenzeit (wie man sieht)

Jetzt will ich euch endlich von unserer 2-wöchigen Reise in den Osterferien berichten. Wir sahen jeden Tag neue, wundervolle Dinge dieser Welt in den glücklicherweise zahlreichen Naturschutzgebieten und Nationalparks Costa Ricas. Die Erinnerung schwindet merklich, doch die Begeisterung sitzt mir noch in den Knochen, wenn ich die Fotos ansehe. Nie werden wir vergessen, wir einzigartig jedes Fleckchen Erde war (und ist), welche unglaubliche Vielfalt sie beherbergt. Auf unserer Reise von Nationalpark zu Naturschutzgebiet zu Nationalpark lernten wir, genau hinzusehen, hinzuhorchen und unsere Umgebung wirklich wahrzunehmen. Wir hoffen mit diesem Bericht einen kleinen Teil dieser Reise für euch lebendig zu machen.

 

Ein langer Weg von heiß und trocken über kalt nach heiß und feucht

Auf der langen Busfahrt durch die Berge von Talamanca

Auf der langen Busfahrt durch die Berge von Talamanca

Am Donnerstag Morgen sind wir in Hernández mit dem Ziel San José aufgebrochen.Nachdem bei der üblichen Hitze weitgehend trockene Landschaft an uns vorübergezogen war, kamen wir in die stärker besiedelten Gebiete des zentralen Hochlandes, bis wir nach ca. 6 Stunden in San José dort ausgespuckt wurden, wo wir dereinst unsere Reise nach Guanacaste antraten. Ursprünglich hatten wir vor, zu dem Busbahnhof der Gesellschaft zu gehen, die nach Puerto Jimenez fährt, uns ein Ticket zu kaufen und am nächsten Morgen ganz früh aufzubrechen. Wir fuhren kurzerhand mit dem Taxi kreuz und quer durch die überfüllten Straßen zum anderen Busbahnhof, wo wir uns nun entschlossen, in Richtung Osa weiterzufahren. Freie Plätze im Bus nach Puerto Jimenez gab es nicht mehr, also fragten wir, was auf dem Weg liegt und buchten die Fahrt bis Palmar Norte.Ein wenig später am selben Nachmittag fuhren wir mit dem Bus immer höher und höher hinauf auf die Bergketten von Talamanca. Wir passierten im dichten Nebel verregnete Bergdörfchen, wo die Zicklein am Pfahl angeleint dastanden. Wir blickten herab auf wolkenbehangene Täler und konnten nicht genug kriegen von dem Blick aus dem Fenster in die Berge. Spätestens um sechs jedoch konnten wir nur noch erahnen, was das Dunkel verbarg. Je mehr der Bus die Berge für uns erklomm, desto kälter wurde es. Dank einer Anzeige im Bus, konnten wir den Temperaturabfall von 34 auf 14 °C verfolgen. So kam es dazu, dass wir Jacke und Halstuch auskramen mussten, um in unserem sommerlichen Outfit nicht zu erfrieren.

Hotel El Tico-Alemán

Hotel El Tico-Alemán

Irgendwann kletterte der Bus die Berge dann auch wieder herunter und die Temperaturen traten den entgegengesetzten Weg an. Auf der Karte verfolgten wir unsere Route, um unseren Ausstieg nicht zu verpassen. Als wir unser Ziel Palmar Norte erreichten, war es, als wäre es nie kalt gewesen. Zu relativ später Stunde (21.30 Uhr) war in diesem Örtchen kaum etwas los. So gingen wir auf die erste Herberge zu, in der noch das Licht brannte und Menschen vor der Tür saßen. Passenderweise hieß es “El Tico-Alemán” und die Schreibtischunterlage des Rezeptionisten war eine Informationstafel über deutsche Rinder. Dieser Kuriosität sind wir jedoch nicht weiter nachgegangen, denn nun freuten wir uns auf eine ruhige Nacht.

Palmar Norte

Palmar Norte – Weg zum Fluss

 Am Morgen konnten wir dann erstmals sehen, in welch schöner Umgebung wir gelandet waren. Palmar Norte ist von Bergen umgeben am Rio Grande de Terraba gelegen, über den eine große Brücke führt, wo sich dann der Ort Palmar Sur anschließt. Da das jedoch vorerst nur Durchgangsort sein sollte, erkundeten wir die Stadt nicht genauer, sondern kauften uns unsere tägliche Frühstücksmelone und fanden einen Weg zum Fluss. Da dieser auf dem Höhepunkt der Trockenzeit nicht viel Wasser führte, lud ein breiter Streifen trockenen, steinigen Flussbetts uns zum Verweilen ein. Wir genossen unser Frühstück, interessierten uns für die Kleinstlebewesen im Wasser und die Vögel am Land und waren froh, dass uns kein Krokodil seinerseits als Frühstück an diesem herrlichen Ort verzehren wollte.Als wir unsere Sachen gepackt und den Schlüssel abgegeben hatten, fragten wir uns durch nach dem Bus in Richtung Puerto Jimenez. In Costa Rica empfiehlt es sich, immer mehrere Leute zu fragen, um sicher zu gehen, dass jemand aus Freundlichkeit nicht einfach irgendetwas gesagt hat. Denn die Ticos geben lieber eine falsche als gar keine Auskunft. Irgendwie fanden wir aber die Bushaltestelle, warteten geduldig wie die anderen Leute und beteuerten Taxifahrern, dass wir ihre Dienste nicht benötigen, bis endlich der Bus kam und wir eine weitere Panoramafahrt gen Süden antraten.

 

 

Puerto Jimenez und Corcovado Nationalpark

Die ersten roten Aras, die wir in freier Wildbahn zu Gesicht und Gehör bekamen

Die ersten roten Aras, die wir in freier Wildbahn zu Gesicht und Gehör bekamen

 Wieder genossen wir die Aussicht und freuten uns, als wir einmal kurz einen Blick auf den Golfo Dulce erhaschen konnten. In Puerto Jimenez hielt der Bus auf einem “Busbahnhof”, von wo aus wir bald die richtige Richtung zu unserer Unterkunft ausmachen konnten. Für eine Nacht waren wir in den “Cabinas Marcelina” untergebracht. Als wir dort ankamen, war es noch relativ früh, die Zimmer wurden noch sauber gemacht. Als wir unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir erstmal ein kurzes Nickerchen. Dann machten wir uns auf, den Strand zu suchen. Auf dem Weg dorthin begrüßten uns jedoch zu meiner freudigen Überraschung zwei rote Aras, die gegenüber des typischen Fußballplatzes auf einem Baum saßen und sich relativ lautstark unterhielten. Während Jan hin und her gerissen war zwischen Aras und dem nebenan laufenden Fußballspiel, beobachtete ich fasziniert diese herrlich bunten Geschöpfe.Bald kamen wir über einen Schleichweg zu einer Straße, die ein Stück am Strand entlang ging und gesäumt war mit Sodas und Restaurants, deren Plastiktische und -stühle an der Promenade standen. Ein bisschen weiter des Weges kamen wir auf einen Abschnitt, an dem es Badegelegenheit gab – viele Einheimische tummelten sich schon im Wasser. Weil so sehr heiß und zusätzlich auch noch viel feuchter als in Guanacaste war, konnten wir kaum erwarten, ins Wasser zu kommen. Dort dann die große Enttäuschung: Das Wasser war warm! Vermutlich war es gerade Höhepunkt der Ebbe, sodass das Wasser viel Zeit hatte um sich ordentlich zu wärmen. Wir versuchten zumindest mit unseren Füßen in kältere Wasserschichten vorzudringen indem wir ein Stück raus schwammen, jedoch trauten wir uns aufgrund unserer Sachen am Strand nicht allzu weit rein.

Hier waren Termiten am Werk

Hier waren Termiten am Werk

Als wir den obligatorischen Besuch beim Supermarkt hinter uns hatten und in einem der Promenadenrestaurants gegessen hatten, wollten wir schleunigst ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein für unseren Ausflug in den Nationalpark Corcovado.Vorher erwartete uns jedoch noch eine kleine Überraschung: Jan setzte sich mit Schwung auf die Bettkante und – KRACH – das Bett fiel unter ihm zusammen. Nach kurzer Überlegung was zu tun sei, erkannte ich, dass sich im Holz des Bettes Termiten eingenistet hatten, sodass wir schauten, ob noch jemand vom Personal da war. Der betagten Wachfrau war das Ganze ziemlich peinlich, sodass Sie nicht einmal wollte, dass wir das Bett selbst raustragen, was wir jedoch trotzdem gemacht haben. Wir erklärten ihr, dass es in Ordnung für uns ist, wenn wir die Matratze auf den Boden legen und das Bett raustragen. Wir baten dann noch um einen Besen um die Termiten rauszukehren, stellten das Bett vor die Tür und hauten uns schließlich auf die Ohren. Mit dieser “Peinlichkeit” für die “Cabinas Marcelina” verdienten wir uns dann schließlich, dass wir am nächsten Tag eine unserer Kraxen bis abends dort unterstellen konnten, sodass wir erleichtert wandern gehen konnten.

Der "colectivo", der Reisende auf der Osa-Halbinsel befördert.

Der “colectivo”, der Reisende auf der Osa-Halbinsel befördert.

Beim Planen der Reise war uns am wichtigsten, zuerst einmal auf die Osa-Halbinsel und in den Corcovado Nationalpark zu kommen, da das einer der schönsten und ursprünglichsten Orte in Costa Rica sein soll. Deshalb war dies auch der einzige Ort, an dem wir im Voraus die Unterkünfte buchten und den Besuch im Nationalpark organisierten. In den Corcovado Nationalpark darf man nämlich nicht mehr ohne Guide und dieser muss wiederum rechtzeitig den Besuch anmelden. Glücklicherweise hat das alles gut geklappt. Zur Vorabsprache trafen wir uns mit dem Guide und suchten den Ort, wo wir auf einen für diese Region typischen “Colectivo” aufsteigen könnten. Wir fanden das Soda, das ein extra Abteil für die Fahrten mit dem Colectivo hatte. Dort erzählte uns dann ein junger Mann, entgegen den Auskünften des Guides, dass wir die Tickets vorher kaufen müssten, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, die Strecke zu Fuß oder im teuren (Privat-) Taxi zurücklegen wollten. Da wir sowieso kein Geld dabei hatten, überlegten wir hin und her ob nun der Guide oder der Mann aus dem Soda die Wahrheit sagte. Schließlich fragten wir noch einmal in dem Büro der Touranbieter nach und als die sagten wir könnten es so oder so machen, kauften wir schließlich das Ticket.

Corcovado Colectivo

Corcovado Colectivo

 Entgegen meiner Annahme ging auch alles gut und wir hatten unseren Platz sicher. Wir stiegen also auf und ich setzte mich ans hintere Ende des Wagens, um die beste Aussicht haben zu können. Dass es dort am meisten wackelt und ruckelt hatte ich leider nicht bedacht. So war es für mich eine unheimlich anstrengende 2-stündige Fahrt, gefühlt über Stock und Stein, in Wahrheit aber über eine ganz passable unbefestigte Straße. Alles in mir wackelte und ich musste alle meine Muskeln anspannen, um es zu ertragen. Als ich dann auch noch langsam Harndrang bekam, konnte ich jede Minute die Aussicht weniger genießen, die Haltestellen und vor allem die 15-minütige Pause umso mehr. Da wir nicht gefrühstückt hatten, verputzten wir auch noch eine Papaya und brachten so gut es ging den zweiten Teil der Fahrt hinter uns, obwohl es für Jan gar nicht so unangenehm war, wie ich später erfuhr.Uns gegenüber saß übrigens eine Schweizerin, die an der Deutschen Schule in San José als Lehrerin arbeitet. Mit ihr unterhielten wir uns in der Pause und versuchten es dann auch während der Fahrt, was aber schwierig war, weil unsere Fortbewegung schon so viel Lärm machte. Der Colectivo hielt an einigen Hotels oder auch an Orten, wo man eigentlich nichts vermutete. Doch dann stiegen die Surfer mit ihren riesigen Surfbrettern aus und verschwanden im “Dschungel”.

Corcovado Nationalpark

Corcovado Nationalpark

Wir stiegen an der “Endstation” in dem Örtchen Carate aus, wo schon Leute warteten, die in die entgegensetzte Richtung fahren wollten. Unser Guide war mit seinem Motorrad an uns vorbei gefahren und wartete auf uns. Wir machten uns Startklar und los ging es. Erst einmal liefen wir eine ganze Weile am Strand entlang. Vorbei an Palmen und Palmen und Palmen, durch die hindurch man ab und zu ein paradiesisch einsames Hotel erspähen konnte. Jedoch keineswegs so viele, wie wir es von den Stränden Guanacastes gewöhnt sind. Nach dem langen Strandmarsch kamen wir dann irgendwann an den offiziellen “Eingang” des Nationalparks – mit dem Häuschen, in dem die Ranger sitzen, wo man seinen Namen eintragen muss und noch mal auf Toilette gehen oder seine Trinkflaschen auffüllen kann. Nach einer kurzen Pause hatten wir unsere Schuhe an, die Hosen runtergekrempelt und durften uns nun ins “Dickicht” wagen.

Nationalparkhaus

Nationalparkhaus

Am Eingang des Nationalparks wehte die Costaricanische Flagge. Zu sehen ist hier Jan neben unserem jungen Guide, für den lange Kleidung nicht notwendig schien. Bei den Temperaturen und der Luftfeuchte klebt die sowieso nur.

Pfeilgiftfrosch

Pfeilgiftfrosch

Jedoch erklärte uns der Guide, dass es sich bei dem Abschnitt, in dem wir blieben, um einen Sekundärwald handelt. Dort wo sich jetzt ausbreiten darf, was sich ausbreiten will, waren früher Plantagen der United Fruit Company, vereinzelt noch an den Bananenbäumen sichtbar. Richtige Urwaldriesen gab es hier also nicht aber dennoch Bäume, gegen die unsere hunderjährigen Eichen eben nicht alt aussehen. Der Guide nahm sich einen Stock, um immer mal Blätter oder sowas vom Boden anzuheben, denn er war fieberhaft auf der Suche nach Pfeilgiftfröschen. Dennoch war es Jan, der als erstes einen entdeckte. Schwarz mit grünen Flecken – wie wir ihn aus den La Paz Waterfall Gardens kannten – hüpfte er hier herum.

mmhh... frische Kokosnuss

mmhh… frische Kokosnuss

So streiften wir durch den Wald, hielten Ausschau nach Vögeln, Insekten, Pflanzen. Als wir einmal wieder an den Strand kamen, machten wir eine Kokosnusspause. Beim Wandern in der Hitze ist eine frische Kokosnuss wahrscheinlich das Beste, was es gibt. Kam mir jedenfalls in diesem Moment so vor. Obwohl im Nationalpark Corcovado alle möglichen Tiere beheimatet sind – beispielsweise ist es einer der wenigen Rückzugsorte für den Jaguar – sahen wir davon keine. Denn bei einer 1-Tages-Tour schafft man es nicht in den Primärwald, der Sehnsuchtsort Nr. 1 ist für alle, die wilde Tiere zu Gesicht bekommen wollen. Da wir nicht mit unserem gesamten Gepäck für zwei Wochen durch den stickigen Regenwald wandern wollten, blieben wir bei der 1-Tages-Tour.

Stachelbaum

Stachelbaum

Doch wir sahen auch viele wunderschöne und interessante Bewohner des Waldes: zum Beispiel den sehr hübschen Vogel Trogon, den wir danach noch öfter zu Gesicht bekamen. Überhaupt unterschied sich die Tier- und Pflanzenwelt ja sehr von der Guanacastes – in Corcovado ist es sehr feucht und sehr heiß, in Guanacaste sehr trocken und sehr heiß. Dennoch bekamen wir auch hier die für die trockenen Regionen typischen “Stachelbäume” zu sehen. Obwohl wir solche bei uns in Guanacaste noch nicht gesehen hatten, erklärte man uns, dass sie von dort kämen. Diese Bäume lassen an ihrem Stamm stachelige “Blätter” wachsen, mit denen sie sich schützen.

Jesus Christ Lizard

Jesus Christ Lizard

Außerdem sahen wir einen “Jesus-Christ-Lizard” (Helmbasilisk). Der heißt so, weil er blitzschnell übers Wasser rennen kann. Als wir ihn sahen, war er jedoch gerade dabei einen Baum zu erklimmen und hielt nur kurz um abzuschätzen, ob er vor uns fliehen soll oder nicht. Mit Hilfe unseres Guides entdeckten wir zudem eine besondere Fledermaus: die Jamaika-Fruchtfledermaus baut sich ihren Unterschlupf zum Schlafen selbst: Bananenblätter werden in der Mitte so “einritzt”, dass daraus für die Fledermaus ein Zelt wird – praktischerweise kann sie sich an dieser Stelle festhalten und ist gleichzeitig geschützt vor Feinden und Regen.Nach der Hälfte der Zeit machten wir uns wieder auf den Rückweg und waren schon ziemlich erschöpft, als wir uns über den nun viel schmaleren Strand zur Colectivo-Haltestelle durchschlugen. Dabei waren wir etwas in Eile, weil nicht genau abschätzbar war, ob wir es rechtzeitig schaffen. Schließlich waren wir aber um einiges früher da, sodass der Guide mit jemandem aushandelte, dass er uns mit dem Auto mit nach Puerto Jiménez nimmt – doch wir mussten leider absagen, da wir ja schon unsere Tickets hatten.

Ein Paradies

Schild in Carate

Ein selbstgemaltes Schild, an den Zaun des kleinen Flugplatzes in Carate gelehnt, dem letzten Örtchen im Süden der Osa-Halbinsel, bevor man den Weg über den Strand zum Nationalpark nimmt, macht einem noch einmal bewusst, dass die nahezu unberührte Natur sehr wertvoll für viele Lebewesen und für die gesamte Welt ist. Solche Biodiversitäts-Paradiese sollte es auch viel mehr in Deutschland und Europa geben. Daneben liegt Plastik-Müll, den Besucher wahrscheinlich vom Strand aufgesammelt haben. Er macht deutlich, wie wir jeden Tag durch unüberlegtes Handeln unsere Umwelt bedrohen.
Goldseidenspinne

Goldene Seidenspinne (ca. 3 – 4 cm groß)

 

 

Die Goldene Seidenspinne spinnt einen sehr stabilen, reißfesten Faden, den die Forschung versucht künstlich herzustellen.

Plastikaufklärung

Plastikaufklärung

Unbedingt festzuhalten war für mich diese Schautafel mit Hinweisen zur Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. So eine Tafel bräuchten wir z.B. an der Elbe auch mal. Wie viele sich davon jedoch in ihrem Handeln beeinflussen lassen ist ungewiss…

Fussüberquerung

Fussüberquerung

Dieses Flüsschen zu durchqueren war eine schöne Erfrischung.

Erfrischung

Erfrischung

Sieht ziemlich flach aus, wir mussten aber trotzdem aufpassen, dass wir unsere Hosen nicht nass machen bzw. wenn sie nass wurden, war das eigentlich auch ganz angenehm. Später schwoll dann der Fluss an und verschmolz an der Mündung mit dem Meer. Bei der Querung auf der Rücktour war dann auch die Strömung stärker, sodass mir ein großer, dicker Baumstamm gegen die Beine gespült wurde. Aua. Entgegen der Witze eines Guides von einer anderen Wandergruppe gibt es hier allerdings keine gefährlichen Fische.

Karakara

Karakara

Der Karakara ist ein falkenähnlicher Aasfresser, den wir vom Strand aus auf einer Palme sitzen sahen.

Senke

Senke

Diese Senke mussten wir und alle anderen Autos auf dem Weg durchqueren. Sieht auf dem Foto harmloser aus als es sich auf der Pritsche anfühlte.

Rückfahrt

Rückfahrt

Auf der Rückfahrt waren wir kaputt, verschwitzt aber zufrieden. Als wir wieder in Puerto Jimenez ankamen, holten wir unsere zweite Kraxe aus der Unterkunft und machten uns auf den Weg ans andere Ende des Städtchens zu unserer neuen Unterkunft für die nächsten zwei Nächte die “Cabinas Jimenez”. Diese war wohl unsere luxuriöseste Unterkunft auf der gesamten Fahrt – aber unbedingt zu empfehlen, denn als Gast kann man kostenlos Paddelboote und Fahrräder ausleihen. Da wir die Paddelboote unbedingt nutzen wollten, bestellten wir noch an dem Abend für den nächsten Morgen die Boote vor – und da wir früh raus wollten, bekamen wir auch gleich die Paddel gebracht. Nach einem Abendbrot auf dem Zimmer holten wir uns aber erstmal unseren wohlverdienten und notwendigen Schlaf.

Sobald jedoch die Sonne aufging, schoben wir, nur mit Badesachen und Schwimmweste bekleidet, unser Boot in den Golfo Dulce hinaus und paddelten gemächlich die Küste ab, vorbei an Fischerbooten und der Uferpromenade. Es dauerte nicht lang, als plötzlich eine Flosse vor uns aus dem Wasser auftauchte. Zuerst erschrak ich unheimlich, weil ich so etwas ja nur aus dem Fernsehen kannte, wo es dann auch immer gleich ein böser Hai ist. Aber der Schreck wurde schnell von Ehrfurcht und Staunen überlagert. Wann immer wir nun eine Flosse aus dem Wasser auftauchen sahen, paddelten wir langsam und vorsichtig in diese Richtung und blieben einige Zeit den Delfinen gut auf der Spur. Einmal sahen wir sie soagr komplett aus dem Wasser springen, jedoch relativ weit weg. Das Ausatmen der Delfine hörte sich an, wie ein wirklich erschöpfter Seufzer aber sehr ruhig und tief. Das war wirklich eine wundervolle Erfahrung und ich verfluchte all die motorisierten Fischerboote, die immer mal wieder die Wege der Delfine kreuzten.  So verbrachten wir ca. 8 Stunden auf dem Wasser. Einmal stiegen wir kurz aus, um uns im Wasser abzukühlen und ein anderes Mal fuhren wir ans Ufer, um die Notdurft zu erledigen. Allerdings hatte ich so große Angst, dass irgendwo Krokodile lauern könnten, die man ja manchmal erst wahr nimmt, wenn sie schon zum Angriff ansetzen, dass ich nirgendwo erlaubte, länger Rast zu machen.

Delfinflosse

Delfinflosse

Wir nutzten diesen Tag auf dem Wasser also wirklich gut aus und erkundeten jeden Winkel um die Küste von Puerto Jimenez. Sehr weit weg trauten wir uns nicht, aber da es auch ein Mangroven-gesäumtes Ästuar gab, waren wir trotzdem gut unterwegs. Am Ende des Tages war es eine Wohltat, sich mit der Schwimmweste einfach im kühlen Wasser treiben zu lassen. Wir hatten leider auch ganz schönen Sonnenbrand, wie wir später feststellen mussten. Für den nächsten Tag reservierten wir sogleich die Fahrräder, mit denen wir die Stunden vor unserer Weiterreise verbringen wollten. Jedoch bekam ich dann noch die Seekrankheit: alles drehte sich und hörte nicht mehr auf zu schaukeln, sodass wir dann doch ausschliefen und die Fahrradtour absagten.

Trogon

Der Trogon – auch dieser sollte uns noch öfter begegnen

Ein bisschen traurig war ich, als wir die Osa-Halbinsel verließen. Kurz spielte ich mit dem Gedanken, noch einen Abstecher ins Herz der Insel zu wagen, von wo aus man direkt in den “wilden” Teil des Nationalparks gelangt. Dort soll es auch einen passablen Zeltplatz geben. Da man jedoch einen Guide braucht und eine weitere Anmeldung, verworfen wir den Plan und zogen weiter nordwärts. Bei unserer Weiterfahrt sah ich vor allem den roten Aras wehmütig hinterher. Schön war es gewesen, sie zu zweit und krächzend am Himmel und in den grünen Bäumen langziehen zu sehen. Doch wir sahen sie hier nicht zum letzten Mal und viele schöne Orte warteten noch auf uns.

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